Unschätzbarer Einsatz für das Museum
Mit Spenden und Tatkraft tragen zwei Vereine zum Erfolg des Museums bei

Wenn einer so viele Unterstützer hat, darf er sich glücklich schätzen. Museumsleiter Hermann Neubert hat mit dem Förderkreis Historisches Miltenberg und den Museumsfreunden zwei Vereine, die dem Museum seit vielen Jahren unter die Arme greifen.
Welche Bedeutung diese Vereine für das Museum haben, ist für Neubert klar: »Ohne diese Vereine wäre es ungemein schwer geworden«. Sie haben nicht nur angepackt, sondern auch finanziell ihren Teil geleistet - und Geld ist bekanntlich immer ein Thema bei Museen. Dem Haushaltsplan der Stadt Miltenberg für 2006 ist zu entnehmen, dass die Stadt dieses Jahr fast eine Viertelmillion Euro in ihr Museum investiert - alleine 220000 Euro für die Hochbaumaßnahmen in den Gebäuden Hauptstraße 173/175.
Trotz hoher staatlicher Zuschüsse bleibt die Mithilfe privater Spender unerlässlich. Miltenbergs Kämmerer Ludwig Klein rechnet für dieses Jahr mit etwa 45000 Euro, die von Vereinen und Privatpersonen beigesteuert werden. Unter den Privatspendern gibt es laut Museumsleiter Hermann Neubert Großspender, die namentlich nicht erwähnt werden wollen, zahlreiche kleinere Spenden und Vereine wie den Duxer Heimatkreis, der rund 25000 Euro für die Innenausstattung der »Duxer Stuben« im Museum übernehmen will. Eine tragende Rolle in der Unterstützung des Museums spielen auch der Förderkreis historisches Miltenberg und der Freundeskreis Museum.

Gezielt Projekte mitfinanziert
»Der Förderkreis historisches Miltenberg hat sich im Laufe der Zeit unheimlich engagiert«, blickt Hermann Neubert zurück. Auch im zweiten Abschnitt der Museumssanierung hätte der Verein »kräftig dazugegeben«, freut sich der Museumsleiter. Anfänglich sei die Unterstützung durch den Verein mehr allgemeiner Natur gewesen, später habe der Förderkreis zweckgebunden Vorhaben unterstützt wie beispielsweise die Herstellung des Kellers mit Sepulkralkultur. Auch bei denkmalpflegerischen Maßnahmen habe der Verein geholfen.
Auch ohne die Miltenberger Museumsfreunde wären die Verantwortlichen arm dran. Dieser etwa 180 Köpfe umfassende Personenkreis ist seit rund zehn Jahren ein wichtiger Helfer, wenn es um die Belange des Museums geht. Ursprünglich wollten die Mitglieder in erster Linie dem Museum ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen - mittlerweile aber haben sie auch finanziell viel geleistet. Auf bislang 40000 Euro in zehn Jahren beziffert Vorsitzender Karl-Heinrich Hergert diese Hilfe - ein enormer Betrag für einen Verein, der sich in erster Linie über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert.
»Die Museumsfreunde sind auch schon öfter in die Bresche gesprungen, wenn kurzfristig ein interessantes Exponat angekauft wurde«, ist Hermann Neubert dem Verein dankbar. Auch heute noch ist das Anpacken eine Stärke des Vereins - etwas, was der Museumsleiter nicht missen mag. Der Verein ist bei Veranstaltungen im Museum aktiv wie beispielsweise beim Museumsfest. Aber auch in den Tagen vor der Einweihung des Erweiterungsbaus haben die Mitglieder kräftig mit angepackt und beim Transport der Exponate geholfen.

Das Museum nach außen getragen
Bei aller Wertschätzung der finanziellen Leistungen der Vereine hebt Hermann Neubert die ungemein wichtige ideelle Unterstützung des Museums durch die Vereinsmitglieder hervor. »Die Leute haben mit dem Bürgermeister, den Stadträten und den Bürgern geredet und nach außen getragen, dass das Miltenberger Museum auch ein Aktivposten für die Stadt ist, nicht nur ein Kostenfaktor«, ist Neubert dankbar. Dies sei ein wichtiger Beitrag dafür, dass das Miltenberger Stadtmuseum ein Anziehungspunkt für qualitativen Tourismus werde, so der Museumsleiter.

Winfried Zang in:  2006/ Nr. 136 (15./ 16. Juni 2006), Sonderbeilage zur Eröffnung der Museumserweiterung

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