Glaubens

Sache


 



Bereits wenige Jahr- zehnte nach der ersten urkundlichen Erwäh- nung der Stadt im Jahre 1237  etablierte sich eine jüdische Gemeinde und baute eine Syna- goge, die zu den ältesten, noch im origi- nalen Mauerwerk erhal- tenen Synagogen Euro- pas gehört.
Glanzpunkte der Aus- stellung sind der ori- ginale Toragiebel, der Trägerstein der mosai- schen Gesetze,  aus der mittelalterlichen Sy- nagoge und ein sehr seltener Omerkalender aus dem 19. Jahrhun- dert. Omer bezeichnet den Zeitraum zwischen dem Pessachfest und dem Schawuot, dem Fest der Erstlingsfrüch- te und der Erinnerung an die Erwählung. Der Text der Pergamentrol- le hilft beim Omerzäh- len nach dem Abend- gottesdienst. Als der ehemalige Vorsitzen- de des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis anlässlich eines Museumsbesuchs dieses seltene Stück sah, vermerkte er im Besucherbuch: "Um die- sen Kalender beneide ich Sie."
 Omerklaender
Obwohl Miltenberg zur größten Siedlung am südwestlichen Mainvier- eck heranwuchs, war es lange Zeit keine eigenständige Pfarrei, sondern gehörte zur Mutterpfarrei des älte- ren, aber kleineren Ortes Bürgstadt. Als treibende Kraft für die Selbstständigkeit reiste Amtskeller Friedrich Weygandt mehrmals nach Mainz. Am 29. April 1522 schließlich wurde die Stadt von der Mutterpfarrei los- gelöst. Das erste Pfarr- amt besetzte Dr. Johan- nes Drach, der als enger Freund Martin Luthers wegen seiner Anhängerschaft zur lu- therischen Reform auf Weisung des Mainzer Erzbischofs Albrecht von Brandenburg Mil- tenberg bereits nach einem Jahr wieder ver- lassen musste.  Ein Kupferstich von Dürer zeigt den "großen Kar- dinal" in seinem 34. Lebensjahr.
Augenfällige Zeugnisse für die Zeit der Gegen- reformation sind eine steinerne Christusplas- tik, eine Öltafel mit Kreuzigungsszene und reichbemalte Glasfen- ster.  Der privaten Andacht ist ein eigener Raum gewidmet, der eine informative und bunte Palette mittler- weile fast vergessener Gegenstände zeigt, mit denen unsere Vorfah- ren ganz selbstver- ständlich ihre Wohnun- gen schmückten: Kruzi- fixe, Heiligenbilder, Klo- sterarbeiten, Hinter- glasbilder, Kleinplasti- ken und Memento Mori.
 



Memento Mori
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